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LESEPROBE  aus "Nun machen'se sich mal frei!"





Gute Vorsätze

 

 

Das Weihnachtsfest war vorüber und der Jahreswechsel vollzogen. Nun war es Zeit, an die Verwirklichung der guten Vorsätze zu denken.

Dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, mein Gewicht deutlich zu reduzieren.

Nicht dass ich wirklich zu dick gewesen wäre, oh nein. Aber der athletische Ausdruck meines Körpers entsprach kaum mehr dem Schönheitsideal von heute, weswegen sich die Frauen am Strand im nächsten Urlaub wohl auch nicht mehr nach mir umdrehen würden. Vielmehr war es so, dass sie Angst haben mussten, dass ich stolpere und auf sie drauf falle.

Bevor also so etwas passierte und Tote und Verletzte meinen Weg säumten, beugte ich, ein Mann von Welt, lieber vor und speckte ordentlich ab.

Ich glaube auch, dass die Zeit nach den Weihnachtstagen ideal ist für solcherlei Vorhaben. Die meisten Menschen haben sich nämlich derart überfressen, dass sie sich ab sofort wieder nach einfachen und überschaubaren Mahlzeiten sehnen. Deshalb fassen auch so viele Leute am Jahresanfang den selben Entschluss.

 

Ich jedenfalls war bestens für eine radikale Gewichtsabnahme gerüstet.

Erstens war ich satt, sehr satt, nach dem üppigen Neujahrsschmaus und den drei langen Tagen des Resteverzehrens.

Wie man weiß, beginnen ja Diäten am Jahresanfang immer erst am 5. Januar.

Am 1. Januar ist noch Feiertag und an diesem Tag wird entsprechend feierlich gegessen. Dann gibt es noch drei Tage Reste, denn es soll ja nichts umkommen. Woanders in der Welt würden sich die Menschen darum reißen...

Zweitens verfügt die ich über eine überzeugende Strategie.

Ich wollte pro Tag 200 g abnehmen, indem ich meine Tagesmenge an Kilokalorien auf Tausend begrenzte. Es durfte ruhig auch noch weniger sein. Nur gleichmäßig verteilen musste ich die kargen Happen, damit kein aufkommender Heißhunger entstehen konnte.

Drittens hatte ich mir die besten Hilfsmittel besorgt, die zu bekommen waren - ein Equipment, das seinesgleichen suchte. Nicht so eine läppische Kalorientabelle aus dem Supermarkt, wo dann ausgerechnet die Lebensmittel dieses Marktes als besonders schlankmachend dargestellt werden.

Nein, ein elektronischer Gewichtskalkulator im Westentaschenformat, mit Touchscreen und Highspeed - Prozessor, das würde die Erfolgsgarantie meines professionellen Abnehmens sein.

Das einzige, was dieses Wunderwerk der Technik nicht konnte, war, mich zu wiegen. Der Winzling hätte es sehr wahrscheinlich nicht überlebt, wenn ich mich auf ihn gestellt hätte.

Für diesen Zweck hatte ich mir extra eine Körperanalysewaage bereitgestellt,  mit zwölf verschiedenen Messfunktionen, Xenon -Beleuchtung für schummrige Nassräume und Sprachausgabe.

Ach ja, wiegen  konnte man sich mit dem Ding auch, das heißt, wenn die Batterien es hergaben, also etwa eine Woche lang täglich morgens. Dann brauchte man neue Stromquellen. Dies ging zwar ins Geld, aber was zählte der schnöde Mammon angesichts dieser wichtigen Daten, die ich damit gewann und dann in meinem kleinen elektronischen Gewichtskalkulator eingeben konnte.

 

So ausgerüstet, machte ich mich am 5. Januar auf den Weg in die Stadt, nachdem ich mein 300 – Kilokalorien - Frühstück verzehrt hatte. Ja, ordentlich gestärkt muss man sich schon haben, sonst wird das alles nichts mit dem Abnehmen. Schließlich erfordert dieses Vorhaben viel Elan und Tatkraft.

Das Gegenteil davon sieht man bei den Vegetariern mit ihrer ewigen Körnerfresserei. Die wirken bereits morgens blass und krank und kommen nicht mal dazu, ordentlich zuzunehmen, bevor sie ihr Gewicht dann wieder erfolgreich reduzieren können.

Wie immer führte mich mein erster Weg in den Buch- und Zeitungsladen.

Lächelnd beobachtete ich die vielen übergewichtigen Menschen, die sich verstohlen für Literatur über das Abnehmen interessierten. Auch am Zeitschriftenstand herrschte dichtes Gedränge. Kein Wunder bei Titelseiten wie  „Blitzdiät - schlank in vierundzwanzig Stunden!“ oder  „In zwei Wochen zur Traumfigur!“

Was war die Folge? Die Leute kauften diese teuren Hefte, nahmen vielleicht auch wirklich in der genannten Frist so einiges ab - und zwei Wochen später doppelt so viel wieder zu.

Nein, man musste es wie ein Profi angehen, sonst war man zum Misserfolg verdammt.

 

Als ich weiter schlenderte, bemerkte ich ein leichtes Hungergefühl. Ich grinste, denn jetzt, genau jetzt, bediente sich mein Körper an meinen Fettdepots. Na dann guten Appetit lieber Body!

Allmählich wurde das Hungergefühl immer stärker. Soviel gaben meine Depots wohl doch nicht her. Oder war es vielleicht gar kein Fett sondern Muskeln, was da verbrannt wurde?

Ich beschloss, mir beim Italiener ein leichtes Pastagericht zu gönnen. Leider hatte ich meinem elektronischen Kalkulator nicht dabei. Aber viele Kalorien konnten die Speisen hier nicht haben, so schlank wie Francesco, der Inhaber des Lokals, war. Da durfte es ruhig auch etwas mehr auf dem Teller sein.

Gut gelaunt, verabschiedete ich mich mit einem selbsterfundenen Witz: „Francesco, wie nennt man es, wenn jemandem beim Essen ein Stück Nudel im Zahn hängen bleibt? – Zahnpasta!“

Ha, ha, ha...t Francesco leider nicht verstanden, meinen schlitzohrigen Humor. 

 

Wieder zu Hause, verschmähte ich demonstrativ den Kuchen zum Kaffee. Solcherlei Gebäck war für mich nicht mehr zeitgemäß, erklärte ich meine geliebten Frau.

Diese reagierte verärgert: „Da macht man sich die Mühe und rührt und bäckt und dann ist es dem Herrn ‚nicht mehr zeitgemäß’! Ich hätte weiß Gott was Besseres zu tun gehabt, als dir diesen blöden Kuchen zu backen...“

Ich versuchte, ihr meine Äußerung zu erklären, aber es half nichts. Um sie zu beruhigen und natürlich auch, um ihr am Boden liegendes Selbstwertgefühl wieder aufzurichten, aß ich endlich ein Stück und lobte die schöne Bäckerin über und über. Der Kuchen war aber auch köstlich. Backen konnte meine Frau wie kaum eine andere. Und schließlich war es ja auch Apfelkuchen, und was sollte denn sonst schlank machen wenn nicht Äpfel?

Der Abend kam und es klingelte an der Tür. Heinz und Karl standen davor, um den kapitalen Rehbock zu begießen, den Heinz letzte Nacht geschossen hatte.

Heinz war nämlich Jäger, und er traf nicht oft. Falls er aber doch mal Erfolg hatte, dann war auch ein ordentlicher Schluck fällig. Wenn dann allerdings im Laufe des feucht - fröhlichen Abends die Zunge lockerer wurde, stellte es sich so manches Mal heraus, dass das Wild nicht unbedingt  vom Jägersmanne selbst erlegt wurde, sondern zum Beispiel von einem zu schnell fahrenden Lastkraftwagen.

Aber das Tier von der Straße zu kratzen, es also zu bergen, erforderte schließlich auch eine ganze Menge waidmännisches Geschick.

 

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, nahm ich mir vor, heute etwas kürzer zu treten, da mein Kalkulator mit meinem ersten Diättag überhaupt nicht einverstanden war.

Ich suchte auch sofort meine Walking- Stöcke hervor, um für meine Sünden zu büßen. Aber dann begann ein dichter Schneeregen, so dass ich dem Breitensport für heute entsagte.

Nach dem Mittagessen sollte man ja auch ruhen, sangen schon die Alten.

Um Streit aus dem Wege zu gehen, kümmerte ich mich nachmittags um die andere Hälfte des Obstkuchens. Dafür sparte ich abends ordentlich Kalorien, indem ich zum Fernsehen bittere Schokolade aß, nicht süße wie sonst.

Morgen müsste ich diese dann aber auch weglassen, wetterte mein Kalkulator.

Aber wieso ließ ich mich eigentlich von diesem Stück Elektronikschrott derart terrorisieren? Hatte ich dafür jahrelang studiert? War ich nicht mehr Herr meiner selbst?

Ich warf ihn in die unterste Schublade meine Schreibtisches. Das war ja wohl der Gipfel!

 

Als ich mich nach einer Woche das erste Mal wieder wog, zeigte die sonst so zuverlässige Waage eine Gewichtszunahme von 480 g an.

Das konnte ja nun gar nicht sein! Hatte sich etwa die gesamte Technik gegen mich verschworen? Ich nahm ihr die halbvollen Batterien weg, worauf sie schlagartig verstummte. Ja, jetzt war es vorbei mit der „Sprachausgabe“! Sense, Ruhe, Totenstille...! Wozu eine Waage überhaupt so viel quatschen musste! Als ob ich das Display nicht selber ablesen könnte!

Dann verbannte ich sie in die hinterste Ecke des Dachbodens. Genauso wie letztes Jahr und  wahrscheinlich auch wie nächstes Jahr wieder um diese Zeit. Wer war ich denn?

Ab sofort vertraute ich beim Abnehmen allein meinem Gefühl. Mein Körper würde mir schon das Richtige sagen. Man sollte einfach wieder mehr Vertrauen in die Kräfte der Natur haben.

So verging die Zeit, das Frühjahr kam und schließlich wurde es Sommer.

Ich probierte gespannt meine Badehose an. Sie passte wie angegossen, na gut, wie sehr eng angegossen. Aber sie passte!

Na bitte, es geht doch. Man muss eben nur einen eisernen Willen haben!

 

  

 

 



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LESEPROBE aus "Nun bleiben'se mal ganz geschmeidig!"

 

 

Geht’s nicht etwas schneller? - Männer allein beim Arzt

 

 

Wenn Männer zum Arzt gehen, dann geschieht das meistens nicht freiwillig. Sie sagen dann so etwas wie: „Heute Nacht hatte ich zwei Stunden lang akute Luftnot. Ich selbst wäre ja deswegen nicht zum Doktor gegangen, aber meine Frau hat mir keine Ruhe gelassen...“

Das zeigt schon, warum Männer eine geringere Lebenserwartung haben als Frauen. Weil sie hart sein wollen... Gut, manche kommen auch freiwillig, weil sie nicht mehr hart sind, aber das ist eine andere Geschichte.

Männern fällt es auch schwer, über ihre Beschwerden zu reden. Nicht nur, dass sie ungern zugeben, wenn etwas nicht funktioniert. Es fehlt ihnen schlicht das Vokabular. Sie können sich oft nur in Floskeln aus ihrer gewohnten Umgebung ausdrücken.

Wie sagte neulich ein Polizist: „Mein Rücken hat wieder zugeschlagen!“

Genauso hätte er über einen Banküberfall berichtet: „Die Schlapphutbande hat wieder zugeschlagen!“

Nur lässt sich eben der Rücken nicht so einfach verhaften. Ich sagte ihm, dass ich seinen Rücken sofort einer Spezialabteilung zuführen werde, wo er physiotherapeutisch beübt und begradigt wird. Aber eine Frühberentung drohe deswegen nicht. Das hat er dann verstanden.

Oder der schon erwähnte Bauleitersatz: „Mir geht es nicht gut – erkältungstechnisch gesehen...“

Andere Männer werfen mir nur ein paar Brocken hin: „Doktor, der Hals...“

Ja was denn „...der Hals...“ – innen oder außen?

Diejenigen, die von ihren Frauen geschickt wurden, wollen eigentlich überhaupt nicht reden. Sie sind regelrecht bockig. Der Arzt soll ihnen ansehen, was sie haben und dann irgendwas machen. Hauptsache, er lässt sie in Ruhe.

Vor kurzem war so einer ausgerechnet an seinem Geburtstag zu mir geschickt worden. Er schaute derart griesgrämig drein, dass ich es nicht einmal wagte, ihm alles Gute zu wünschen. Woher weiß ich denn, dass er „alles Gute“ überhaupt will...

Ansonsten gratuliere ich den Menschen natürlich sofort zum Geburtstag. Wenn es Praxisfremde oder Verwandte sind, wünsche ich ihnen von ganzem Herzen viel Gesundheit. Sind es Patienten aus meiner Praxis wünsche ich ihnen relativ viel Gesundheit – ein bis zwei kleine Erkältungen pro Jahr sollten für den Doktor schon drin sein…

 

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Leseprobe aus "Und mindestens ein Mal Sex pro Jahr!"

 

Zu alt für kranke Kassen

 

Heutzutage gibt es immer mehr Hochbetagte. Trotzdem erreichen viele ohne fremde Hilfe die Arztpraxis. Sie sind geistig und körperlich noch fit.

Gut, sie haben ihre alterstypischen Beschwerden wie "Rücken“ oder "Blutdruck". 

Oder Kummer mit ihrem deutlich kränkeren Ehepartner. Wie sagte neulich eine ältere Dame zu mir: „Herr Doktor, mir geht es gut. Aber mein Mann liegt jetzt schon seit zwei Wochen in der Geometrie.“ 

Und manche ältere Herren haben sogar noch eine verdammt junge Freundin.  

So kam ein 84-jähriger in die Praxis und sagte: „Herr Doktor, ich werde nächste Woche noch mal heiraten.“ 

Ich sagte: „Schön für Sie. Wie alt ist denn ihre Braut?“ 

„Einundzwanzig“ erwidert der alte Mann. 

„Ach du lieber Gott!“ sagte ich, „aber ich muss Sie warnen. Jegliche Aktivität im Bett könnte tödlich sein!“ 

„O. k.“ brummte der Alte, „Das nehm ich in Kauf. Wenn sie stirbt, dann stirbt sie.“

 

Leseprobe aus "...einfach abschalten!"

 

Das Pharmavertreter

 

 

 

 

 

Das Pharmavertreter ist ein putziges Wesen. Es kann sowohl männlich als auch weiblich sein. Sein Lebensraum ist im Allgemeinen ein viel zu großes Auto, in dem es durch die Lande tuckert. „Durch die Lande“ heißt bei ihm ein Gebiet, das ihm von seinen Stammesoberen zugewiesen wird.

 

 

 

Neben seinem eigentlichen Lebensraum, dem Auto,  trifft man das Pharmavertreter häufig in Arztpraxen an. Wie die Motte das Licht, so scheinen medizinisch-sterile Räume dieses Wesen magisch anzuziehen. Aber auch Apotheken werden von ihm befallen.

 

 

 

Das Pharmavertreter wird in den Praxen von den kranken Menschen gar nicht gerne gesehen. Sie denken, dass es ihnen die wertvolle Tratschzeit mit dem Doktor stiehlt. Auch meinen sie zu wissen, dass es den Doktor ablenkt und besticht, damit er nur bestimmte Sachen aufschreibt. Diese Informationen über das Pharmavertreter haben die Menschen aus großen bösartigen Zeitungen wie „Blöd am Sonntag“ oder BUNTE.

 

Das Pharmavertreter hat auch gar keine Chance, sich unter das Patientenvolk zu mischen und unauffällig zu wirken. Denn es erscheint meist im guten Anzug und auch sonst irgendwie herausgeputzt.

 

Vereinzelt gab es schon Exemplare, die sich zur Tarnung betont volksnah oder alternativ gekleideten, um nicht entlarvt zu werden. Aber das kam wiederum bei den überheblichen Ärzten schlecht an. Wer will schon ein zerknautschtes Arzneimuster aus einem abgewetzten Jutebeutel haben?

 

 

 

Da das Pharmavertreter immer auf Achse ist, ernährt es sich meist von fast food.

 

Seine Nahrung nimmt es oft im Auto zu sich und sogar während der Fahrt. Deshalb führen weibliche Exemplare sogar Lätzchen oder Schürzen mit sich, die das Verkleckerte aufnehmen. So bleibt ihr Äußeres immer fein und adrett.

 

Die Nahrungsaufnahme im Auto kommt dadurch zustande, weil das Pharmavertreter

 

immer in Eile ist. Es muss pro Tag einen „Besucherschnitt“ schaffen, der meist nicht zu schaffen ist. Denn viele Ärzte sind abnorm häufig im Urlaub. Oder sie haben keine Termine frei.

 

Oder sie mögen das Pharmavertreter nicht, weil sie ihr Essen gerne selbst bezahlen.

 

Es ist sowieso unwahrscheinlich, dass ein ärztlicher Kollege gern Pharmavertreter isst.

 

Gut, manche sehen zwar zum Anbeißen aus. Aber im Allgemeinen gelten sie als nicht essbar, vereinzelt sogar als ungenießbar. Insbesondere Exemplare mit Mundgeruch, aber auch solche, die beim Reden spucken oder fanatisch sind.

 

Hier ist es ähnlich wie bei Pilzen. Der grüne Knollenblätterpilz sieht auch schön aus, ist aber hochgiftig. Trotzdem weiß man, wie er schmeckt. Wahrscheinlich konnte ein Patient in der Notaufnahme noch „...nussartig...“ hauchen, bevor er den Löffel abgab.

 

Wie das Pharmavertreter schmeckt, weiß niemand. Vermutlich irgendwie chemisch...

 

 

 

Das Pharmavertreter vermehrt sich ungeschlechtlich, durch Aufstieg und Teilung. War es lange genug im Auto unterwegs, steigt es entweder auf oder aus.

 

Wenn es aufsteigt, entsteht das Regionalleiter – ein großes Tier.

 

Wenn es aussteigt, entsteht eine Lücke. Diese wird durch ein neues Pharmavertreter gefüllt. Das Regionalleiter teilt dann sein Wissen mit dem Neuen und weitere Aufgaben aus, die noch schwerer zu erfüllen sind, denn jetzt vergisst es manchmal, wo es hergekommen ist. Hin und wieder hängt es sich sogar an das Pharmavertreter dran und fährt sozusagen Huckepack mit ihm mit zu den Ärzten. Das ist für alle sehr unangenehm, außer für das Regionalleiter selbst.

 

 

 

Trotzdem ist das Pharmavertreter eine aussterbende Spezies. Niemand will es mehr so richtig haben. Die Ärzte und Schwestern nicht, die Politiker nicht und auch nicht die Journalisten. Selbst die eigene Firma nicht, da so ein Pharmavertreter viel Geld kostet und nie die Umsätze bringt, die sich die oberste Etage vorstellt.

 

Deshalb ist das Pharmavertreter in sich selbst tief traurig. Insbesondere jetzt, wo es nichts mehr zu verteilen gibt. Früher hat es sich noch mit Klebezetteln und Kugelschreibern Einlass verschafft. Heute gilt das schon als Bestechung.

 

Nun bleibt ihm nur noch, zwanzig mal am Tag denselben Spruch aufzusagen, speckige Prospekte zu zeigen und optimistisch zu gucken.  

Deshalb gilt: Wenn Du ein Pharmavertreter vorfindest, seid gut zu ihm. Es will auch leben!